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EINFÜHRUNG : Das Märchen von Nimaly, dem Seedrachen 

Entdecken Sie die fabelhafte Geschichte von Nimaly auf seinen Reisen

Es war einmal im Pazifischen Ozean, in der Nähe von Japan, ein Drache namens Nimaly. Er lebte in der Unterwasserstadt Brocomalia, einer Drachen-Stadt, in der jeder eine besondere Fähigkeit hatte.

Alle seine Mitbrüder verfügten über Kriegerkräfte, die es ihnen ermöglichten, ihr Territorium bei einem Angriff zu verteidigen. Sie verbrachten ihre Tage damit, ihre Kriegsstrategie zu verbessern und gemeinsam zu trainieren, damit ihre vereinten Kräfte die stärksten im gesamten Pazifik wären und keine anderen Drachen in ihr Gebiet eindringen konnten.

Nimaly hingegen mochte dieses Training nicht. Er hatte zwar schon sehr früh das Kämpfen gelernt, aber er dachte nur ans Spielen und wollte unbedingt andere Drachen treffen, um seine eigene Fähigkeit zu demonstrieren. Seine besondere Fähigkeit bestand darin, durch die Kraft seiner Augen farbige Kieselsteine zu formen. Er war sich sicher, dass andere Drachen sehr gerne diesem Spektakel beiwohnen und mit ihm spielen würden.

Doch schon in jungen Jahren erlebte er, dass sich die Leute in Brocomalia über seine spezielle Fähigkeit lustig machten, und es nicht gerne sahen, dass er die Kampfübungen nicht mochte. Nimaly sah jedoch keine keine andere Möglichkeit, als die Stadt zu verlassen, obwohl alle Drachen ihm sagten:

„Sobald Du Brocomalia verlässt, wirst Du ohne uns und unseren Schutz nicht überleben.“

Das glaubte er aber nicht. Als er an einem sonnigen Morgen aufwachte, überkam ihn plötzlich die Lust auf Abenteuer. Er hatte seine Entscheidung getroffen, er würde heute gehen. Trotz aller Trauer über den Abschied und aller Liebe zu seinen Mitbrüdern – er fühlte zu sehr anders als sie. Er musste sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und die Welt mit eigenen Augen entdecken. Die anderen Drachen schliefen noch. Nimaly warf ihnen einen letzten Blick voller Zärtlichkeit zu, bevor er schnell floh.

„Auf Wiedersehen, meine Brüder, schnief!“

Als er Brocomalia verließ, war es sehr dunkel, er ging durch ein einst prächtiges Korallenriff hindurch. Er hatte Angst und wusste nicht, wie er so ganz im Dunkeln weiterkommen sollte.

„Oh, ich fürchte, es ist zu dunkel hier, ich kann nichts sehen. Und die Stille ist sehr beunruhigend.“

Da fiel ihm seine besondere Fähigkeit ein. Er konzentrierte sich mit aller Kraft: Ein helles Licht blitzte aus seinen blinzelnden Augen und er ließ einen gelben Kieselstein erscheinen.

Das ganze Wasser um seinen riesigen Drachenkörper herum wurde gelb und verschaffte ihm endlich das Licht, das er brauchte.

Das Riff war tot, riesige Fischerboote waren vorbeigefahren und hatten mit ihren Netzen alles beschädigt. Die Pflanzen wuchsen nicht mehr nach und die dort lebenden Tiere mussten einen anderen Unterschlupf finden. Nimaly empfand großen Schmerz und weinte angesichts des traurigen Bildes.

„Wo sind die Fische? Pflanzen? Warum plündern diese Boote alles? Schnief.“

Nimaly bereitete sich auf eine große Reise vor und hoffte sehr, dass er unterwegs nicht so viel Zerstörung sehen würde. Doch zunächst wartete er, bis er sich von seinem Schmerz erholte hatte. Er wischte sich die Tränen ab und machte sich mit noch mehr Begeisterung als zuvor auf den Weg, wobei sein langer, haariger Schwanz hinter ihm wedelte.

Er kam an zwei kleinen schnurrbärtigen Goldfischen vorbei, die sich in einem mit Unterwasserpflanzen bedeckten Riff unter ihm versteckten. Die kleinen Fische hatten noch nie einen Seedrachen gesehen, sie staunten.

„Siehst Du, was ich sehe, Osoroshi? Es ist ein Drache! Er ist riesig! Unglaublich!!”

Sie wussten nicht, ob sie in Gefahr waren, also blieben sie vorsichtig. Der ängstliche Osoroshi und der fröhliche Ureshi waren fasziniert und beschlossen, trotz mulmigem Gefühl, dem Drachen ganz leise zu folgen.

Für Nimaly war die Unterwasserwlt, durch die er gerade ging, atemberaubend. Er hatte noch nie Pflanzen in solcher Farbenpracht gesehen. Es gab gelbe Blumen, riesige violette ovale Blätter, andere waren rund und blau, rote Gräser, die sich mit der Strömung bewegten. Er war überrascht, dass er noch immer keinem anderen Tier begegnet war.

Plötzlich hörte er ein Blubbern hinter sich und wirbelte blitzschnell herum, wobei sein Schwanz ihm dabei half, sich rückwärts zu bewegen. Osoroshi und Ureshi versteckten sich so schnell wie möglich, aber es war zu spät, Nimaly hatte sie entdeckt. Vorsichtig näherte er sich ihrem Versteck und flüsterte:

„Freunde, ich habe euch gesehen, ich werde euch nicht wehtun, ich esse nur Gemüse, habt keine Angst.“

Plötzlich steckten die beiden Fische ihre kleinen Köpfe aus dem Versteck. Es war das erste Mal, dass der Drache so kleine Fische sah. Er lachte vor Freude.

„Hihihihihi“

Er ließ zwei Kieselsteine erscheinen, einen roten und einen gelben, und drehte seinen Schwanz. Das Wasser nahm nach und nach eine orange Farbe an, in dem in einem herrlichen Wirbel Rot und Gelb verschmolzen.

„Juhuznuuuuuuuuu, welch eine Farbe!!!“

Ureshi hatte einen rot-weißen Schwanz und runde Augen, die vor Freude funkelten. Er kam als Erster aus dem Versteck und umkreiste fröhlich den Wasserwirbel, um hineinzustürmen und mit voller Geschwindigkeit im Strudel aufzusteigen. Osoroshi hingegen war rundlicher als sein Freund, ganz rot und mit kleinen Augen, die abgestumpft wirkten. Er war verwirrt und hatte Angst, dass der Drache nicht ehrlich zu ihnen sein würde. Er blieb auf der Hut und sah zu, wie sein Freund sich alleine vergnügte. Er fragte den Drachen misstrauisch:

„Warum bist du ganz allein? Was machst du hier? Wir haben hier noch nie eine Kreatur wie dich gesehen.“

Nimaly lächelte, er wollte ihm nicht antworten und lud ihn stattdessen ein, sich in den Strudel zu stürzen. Osoroshi zögerte, doch er sah, dass der Drache nicht gerade bösartig aussah. Also beschloss er, das Risiko einzugehen, und schwamm in den Wasserwirbel. Der Strudel saugte zunächst seinen kleinen Schwanz ein und katapultierte den ganzen Goldfisch in großer Geschwindigkeit über die Wasseroberfläche. Nach schnellem Fall landete Osoroshi auf seinen kuscheligen Bauch zurück im Wasser.

(Platsch!)

Benommen schwamm er schwankend zurück zu den beiden anderen. Als er in der Tiefe ankam, sah er, wie Nimaly und sein Freund Ureshi sich vor Lachen im Sand kugelten.

(Herzhaftes Lachen) Hahahahahahaha.

Zunächst ärgerte Osoroshi sich, dass sie sich über ihn lustig machten. Aber als er sich in ihre Lage versetzte, wurde ihm klar, dass sein Bauchklatscher urkomisch ausgesehen haben musste. Zwischen diesen drei Gesellen entstand eine Freundschaft. Osoroshi verstand, dass der Drache nicht alle seine Fragen beantwortete. Er musste geduldig sein, um mehr herauszufinden.

Nimaly blieb ein paar Tage bei den beiden Goldfischen, bevor er wieder aufbrach. Er hat bei dieser Begegnung viel gelernt. Die beiden Freunde hatten ihm gezeigt, wie er seine Ernährung noch abwechslungsreicher gestalten konnte. Er war mit viel Spaß zu einem Experten für Unterwasserpflanzen geworden.

„Dank Euch, liebe Freunde, jetzt esse ich noch mehr Pflanzenarten als zuvor und verdoppele den Genuss!“

Nimaly hatte viel mit den beiden Fischen gespielt und fühlte sich so geliebt, wie er war. So konnte seine Liebe zu sich selbst und anderen nur wachsen.

Ureshi hatte mit Nimalys Hilfe die Fähigkeit entwickelt, gelbe Kieselsteine erscheinen zu lassen. Dafür hatte er jeden Tag fleißig geübt und war sehr stolz auf sich. Der Drache hatte ihm auch erklärt, dass jede Farbe eine Bedeutung und einen Nutzen hat:

„Rot für Stärke und Mut, Blau für Weisheit, Grün für ewige Jugend, Lila für Respekt vor Pflanzen und anderen Lebensformen auf der Erde, Gelb für Sonnenlicht und Orange für Kommunikation und Kreativität.“

Osoroshi hatte in der gemeinsame Zeit verstanden, dass dieser Drache von anderswoher gar kein Fremder war, sondern ein Wesen, das Gefühle hatte, so wie er selbst. Er nahm sich vor, jeden neuen Reisenden in seinem Revier als jemanden wie er selbst willkommen zu heißen, denn er wusste, dass jeder ein fühlendes Herz besitzt, egal wie er aussieht.

Nimaly hatte keine Ahnung, welche Richtung er einschlagen sollte, aber er wusste, dass egal, welches Ziel es war, vor allem der Weg zählte. Die Früchte seiner Begegnungen waren von unschätzbarem Wert. Er nannte seine besondere Kraft „Fraternitas“. Das heißt Brüderlichkeit.

Sein langer Weg führte ihn über den Rhein ins Elsass. Er beschloss, sich in dieser Region niederzulassen, denn er war müde von seiner langen Reise. Er erkundete zum ersten Mal das Festland, eine Gelegenheit für ihn, seine Erlebnisse unter Wasser den Menschen mitzuteilen. Seine Reise machte ihm klar, dass er eine Aufgabe, eine Mission hatte: Er sollte der Botschafter der Brüderlichkeit zwischen allen Menschen und allen Tier- und Pflanzenarten sein.

Besonders liebte er Kinder, mit denen er spielte und denen er sein Wissen weitergeben konnte, um die Welt von morgen zu verändern. So würden Unterwasserpflanzen nachwachsen, Wälder würden wieder zum Leben erwachen, Wildtiere würden ihren Lebensraum finden, Menschen würden keine Kriege mehr führen und sie würden die Tiere respektieren, indem sie sich besser ernährten… .

Fortsetzung

Wir alle haben die Macht, die Welt von morgen zu verändern, und was tun Sie dafür?

Nimalys Geschichten werden – zu Ihrer Freude – als Serie auf diesem Blog als Audio und Beschreibung verfügbar sein

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